Die Nordsee-Krimis mit Jan Brodersen
Die nächste Krimireihe ist in Arbeit. Zehn Hörbücher wird sie umfassen. Die ersten warten auf ihre Veröffentlichung bei den Plattformen, wo sie dann erhältlich sein werden.
Jan Brodersen – Der Ermittler in der neuen Krimireihe sucht Abstand von seinem Job als Kommissar in der Großstadt und möchte seine Ruhe finden. Dafür zieht er in den ostfriesischen Küstenort Greetsiel. Doch es kommt ganz anders.
Hier schon mal ein Einblick in das erste Buch der Reihe – „Friesenflut – Das Geheimnis im Watt“.
Jan spürte eine Mischung aus tiefer Trauer und kalter Wut. Nora war nicht weggelaufen. Sie war ermordet worden, weil sie die Wahrheit kannte. Und Hinnerk hatte zwanzig Jahre lang mit dieser schrecklichen Schuld gelebt. Bis er den Druck nicht mehr ertragen konnte. Er wollte die Beweise ans Licht bringen. Und das war sein Todesurteil gewesen. Jan klappte das Notizbuch zu. Er wollte das Buch und die Seekarten in seine Jacke stecken. Er brauchte diese Beweise, um Hauke Petersen von der Wahrheit zu überzeugen. Er hob das Notizbuch an. In diesem exakten Moment passierte es.
Ein lautes Knarren durchbrach die Stille. Jemand lief mit schweren Stiefeln über die morschen Dielen im Flur. Jan erstarrte, schaltete die Taschenlampe aus und lauschte in die Dunkelheit. Die Schritte näherten sich zielstrebig dem verborgenen Raum. Jan legte das Notizbuch lautlos zurück und ballte die rechte Hand zur Faust. Er war unbewaffnet und musste sich auf seinen Instinkt verlassen. Die Schritte hielten direkt vor der Geheimtür an. Jan spannte seine Muskeln an, bereit für einen Angriff.
Doch der Angriff kam nicht. Stattdessen hörte Jan ein lautes, metallisches Quietschen. Die schwere Geheimtür wurde mit enormer Wucht zugeschlagen. Das Holz knallte laut gegen den Rahmen. Jan sprang sofort nach vorne. Er warf sich mit seiner ganzen Schulter gegen die Tür. Aber er war den Bruchteil einer Sekunde zu spät. Er hörte das deutliche Klicken eines massiven Riegels auf der Außenseite. Jemand hatte die Tür von außen verriegelt. Jan war in dem winzigen, fensterlosen Raum gefangen. Er schlug mit beiden Fäusten brutal gegen das dicke Holz. Er rief laut in die Dunkelheit hinaus. Er forderte den Unbekannten auf, die Tür sofort zu öffnen. Aber er erhielt keine Antwort. Nur das stetige Trommeln des Regens auf dem fernen Dach war zu hören. Jan schaltete seine Taschenlampe wieder ein. Er leuchtete die Wände des Raumes ab. Es gab keinen anderen Ausweg. Keine Luke, keinen Lüftungsschacht. Die Wände bestanden aus massivem Holz und festem Mauerwerk. Die Tür war seine einzige Verbindung zur Außenwelt. Und diese Tür war unerbittlich verschlossen.
Jan zwang sich zur absoluten Ruhe. Panik war in dieser Situation sein größter Feind. Er musste klar denken. Er untersuchte die Tür genau. Die Scharniere befanden sich auf der Außenseite. Das Holz war extrem dick und stabil. Er konnte diese Tür niemals mit reiner Muskelkraft aufbrechen. Er leuchtete den Raum erneut ab. Er suchte nach einem schweren Gegenstand. Etwas, das er als Rammbock benutzen konnte. Er sah den alten Aktenschrank. Der Schrank war aus Metall, aber er war zu groß und zu unhandlich, um ihn in dem engen Raum effektiv gegen die Tür zu schleudern. Jan atmete tief ein. Dabei bemerkte er eine plötzliche Veränderung in der Luft. Ein neuer Geruch mischte sich unter den Gestank von Staub und altem Papier. Es war ein scharfer, chemischer Geruch. Ein Geruch, der sofort Alarmglocken in Jans Verstand auslöste. Er kannte diesen Geruch aus unzähligen Ermittlungen. Es war der unverkennbare Geruch von Benzin.
Der Geruch wurde innerhalb von Sekundenbruchteilen extrem intensiv. Jan leuchtete auf den Boden in der Nähe der Tür. Er sah, wie eine dunkle, schillernde Flüssigkeit unter dem Türspalt hindurch in den Raum sickerte. Die Flüssigkeit breitete sich schnell auf den staubigen Dielen aus. Der Eindringling schüttete große Mengen Benzin in den Flur und unter die Tür. Jan wusste sofort, was das bedeutete. Das war kein einfacher Einschüchterungsversuch. Das war ein eiskalter Mordanschlag. Der Täter wollte nicht nur Jan beseitigen. Er wollte auch alle Beweise vernichten. Das Haus, die Dokumente, die Fotografien. Alles sollte in einem gewaltigen Inferno verschwinden. Jan schrie erneut gegen die Tür. Er trat mit seinen schweren Stiefeln gegen das Holz. Die Tür zitterte leicht, gab aber nicht nach. Die Menge an Benzin auf dem Boden nahm stetig zu. Die Dämpfe stiegen auf und brannten schmerzhaft in Jans Augen und Lungen. Er begann zu husten. Die Luft wurde knapp.
Dann hörte Jan das verhängnisvolle Geräusch. Das helle, scharfe Klicken eines Feuerzeugs. …
Veröffentlichungen

Friesenflut – Das Geheimnis im Watt
Ein toter Fischer im Watt und ein Dorf voller Schweigen: Begleite Ex-Kommissar Jan Brodersen nach Greetsiel. Inmitten einer aufziehenden Sturmflut stößt er auf ein tödliches Netz aus Lügen und Schmuggel. Kannst Du die Wahrheit aufdecken, bevor die Nordsee das Geheimnis für immer verschlingt?

Friesenschlick – Das Skelett im Deich
(demnächst)
Bei Bauarbeiten am Deich wird ein menschliches Skelett entdeckt. Die Knochen stammen offenbar aus den 1980er-Jahren. Während Jan versucht, die Identität des Toten zu klären, verschwinden wichtige Beweise. Bald wird deutlich: Jemand hat Jahrzehnte lang darauf gewartet, dass dieses Grab niemals gefunden wird.
